Neuer Vorsitz bei der GGL: Hochgrebe löst Kirchner ab und leitet Evaluierung des GlüStV 2021 ein

Sofia Reed · Jul 9, 2026

Neuer Vorsitz bei der GGL: Hochgrebe löst Kirchner ab und leitet Evaluierung des GlüStV 2021 ein

Christian Hochgrebe übernimmt den Vorsitz der GGL am 1. Juli 2026

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat zum 1. Juli 2026 Christian Hochgrebe als neuen Vorsitzenden des Verwaltungsrats berufen, der damit Sandro Kirchner im Rahmen des rotierenden Systems ablöst. Diese personelle Veränderung fällt mit dem Beginn der ersten umfassenden gesetzlichen Evaluierung des GlüStV 2021 zusammen, bei der Werbebeschränkungen, Einzahlungslimits, Verbraucherschutzmaßnahmen sowie verantwortungsvolles Glücksspiel im Fokus stehen.

Rotierendes System und personelle Kontinuität

Das rotierende Vorsitzsystem der GGL sorgt dafür, dass Führungswechsel in festgelegten Abständen erfolgen, und Hochgrebe übernimmt nun die Leitung des Verwaltungsrats. Beobachter betonen, dass solche Wechsel die Zusammenarbeit zwischen den Bundesländern aufrechterhalten, während gleichzeitig neue Impulse für laufende Aufgaben gesetzt werden. Die Behörde bleibt dabei ihren Kernaufgaben treu, darunter der Überwachung des legalen Marktes und dem Vorgehen gegen illegale Anbieter.

Evaluierung des GlüStV 2021 nimmt Fahrt auf

Die statutarische Überprüfung des Interstate Treaty on Gambling startet als erste vollständige Bewertung seit Inkrafttreten im Jahr 2021. Experten der GGL richten ihr Augenmerk auf Werbebeschränkungen, die Höhe von Einzahlungslimits, allgemeine Verbraucherschutzstandards sowie Maßnahmen zum verantwortungsvollen Spielen, die auch Online-Casinospiele wie Roulette betreffen. Die Ergebnisse sollen Aufschluss darüber geben, wie wirksam die bestehenden Regelungen bisher waren und wo Anpassungen notwendig werden könnten.

Schwerpunkte der Überprüfung

Bei der Evaluierung rücken mehrere konkrete Bereiche in den Mittelpunkt. Werbebeschränkungen werden daraufhin geprüft, ob sie Spieler ausreichend schützen, ohne den legalen Markt unnötig einzuschränken. Einzahlungslimits und verantwortungsvolle Glücksspielmechanismen stehen ebenso auf dem Prüfstand wie ihre Auswirkungen auf Spielverhalten bei Varianten wie Roulette. Die GGL sammelt hierzu Daten aus der Praxis und wertet sie systematisch aus.

Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 unter neuer Führung der GGL

Durchsetzung gegen illegale Anbieter bleibt Priorität

Neben der Evaluierung behält die Behörde das Vorgehen gegen nicht lizenzierte Anbieter bei. Illegale Plattformen, die ohne deutsche Erlaubnis operieren, werden weiterhin konsequent verfolgt. Diese Maßnahmen sollen den Schutz der Spieler stärken und gleichzeitig den legalen, regulierten Markt unterstützen. Die GGL arbeitet dabei mit anderen Behörden zusammen, um grenzüberschreitende Aktivitäten einzudämmen.

Erwartungen zu bestehenden Limits

Das €1-Einsatzlimit für Online-Slots gilt als eine der zentralen Regelungen des GlüStV 2021 und bleibt nach Einschätzung der Beteiligten vorerst unverändert. Während die Evaluierung läuft, konzentriert sich die GGL darauf, bestehende Vorgaben durchzusetzen und deren Wirkung zu dokumentieren. Änderungen an Kernbeschränkungen stehen derzeit nicht zur Debatte, solange die laufende Überprüfung keine neuen Erkenntnisse liefert.

Zusammenarbeit der Bundesländer

Die GGL repräsentiert alle Bundesländer und gewährleistet eine einheitliche Umsetzung des Glücksspielrechts. Mit Hochgrebe an der Spitze des Verwaltungsrats setzt sich diese länderübergreifende Koordination fort. Die Behörde nutzt die aktuelle Phase, um interne Prozesse zu optimieren und die Vorbereitung auf mögliche Ergebnisse der Evaluierung voranzutreiben.

Ausblick auf die kommenden Monate

In den nächsten Monaten wird die GGL Berichte und Analysen zusammentragen, die in die abschließende Bewertung des GlüStV 2021 einfließen. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für künftige Entscheidungen dienen, ohne dass sofortige Änderungen an den bestehenden Spielregeln erwartet werden. Die Behörde veröffentlicht regelmäßig Updates zu ihren Aktivitäten, damit alle Beteiligten über den Fortschritt informiert bleiben.

Schlussfolgerung

Der Wechsel im Vorsitz und der Beginn der Evaluierung markieren einen wichtigen Abschnitt für die deutsche Glücksspielregulierung. Die GGL unter Hochgrebe führt die Arbeit an Verbraucherschutz und Marktaufsicht fort, während illegale Angebote weiter bekämpft werden. Die kommende Überprüfung des GlüStV 2021 liefert Daten und Erkenntnisse, die langfristig die Rahmenbedingungen für Anbieter und Spieler beeinflussen können. Weitere Informationen finden sich in der offiziellen Mitteilung der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder.